Allianz-Gebetswoche 2011
Der Eröffnungsgottesdienst am 9. Januar fand in der voll besetzten (!) St. Johannis Kirche statt. Dekan Günther Werner (Muggendorf) hielt eine äußerst klare Predigt zum Thema „...weil Jesus es will“. Anhand von Johannes 17, 11+18 entwickelte er sein Anliegen - „Einheit im Glauben“ - und betonte, dass Einheit auf keinen Fall Einheitlichkeit bedeutet.
Nicht jeder Christ muss in jeder Einzelheit gleich denken und sich gleich verhalten. Kennzeichen der Einheit im Glauben ist, dass wir alle den Einen, den Dreieinigen Gott bekennen, und dass wir eine persönliche Beziehung zu ihm haben. Solange diese Einheit die Basis ist, kann sich die gelebte Glaubenspraxis durchaus unterscheiden.
Der Montag stand unter dem Thema: „...weil wir nicht für uns selber da sind.“ Otto Keilholz (Emmaus Gemeinde) erläuterte, dass wir laut Matthäus 5, 13-16 Salz und Licht SIND und hinterfragte kritisch, wie wir das als Einzelne und als Gemeinde eigentlich leben... Welche Qualität haben unser Salz- und Lichtsein? Das ist eine sehr herausfordernde Frage wenn man sich ihr ehrlich stellt...
Pfarrer Enno Weidt (St. Johannis) hielt eine begeisterte und begeisternde Predigt über „...mit Respekt und Demut.“ Zwei Tugenden, die heutzutage ziemlich unpopulär geworden sind. Er zeigte eindrücklich an Philipper 2,1-11, dass Jesus jeden einzelnen Menschen respektiert hat und jedem auf ganz persönliche Weise begegnet ist. Und dass Jesus wahre Demut zeigte indem er die Herrlichkeit beim Vater verließ, sich ganz seinem Willen unterstellte und als Mensch auf die Erde kam um uns die Liebe des Vaters nahe zu bringen. Von Jesus dürfen wir lernen JEDEN Menschen wirklich zu respektieren und den anderen höher zu achten als uns selbst.
Der Freitag lud uns ein „...trotz Widerstand und Rückschlägen“ nicht zu verzagen sondern in Jesu Namen durchzuhalten. Pastor Michelfelder (Kreuzkirche) machte deutlich, dass Widerstände und Rückschläge im Glauben nicht vermeidbar sind, dass es aber auf den richtigen Umgang damit ankommt. In seiner Auslegung über 1.Petrus 3,9ff ging er auf die Widerstände, auf die der christliche Glaube in vielen Ländern trifft, und die daraus resultierende Christenverfolgung ein. Ebenso auch auf die Organisation „OpenDoors“ die sich nicht abhalten lässt diese Verfolgung zu thematisieren. Für alle rief Pastor Michelfelder zum Gebet auf.
Die Abschlussgottesdienste der Allianz-Gebetswoche fanden in den einzelnen Gemeinden statt. Pastor Michelfelder stellte die Frage, warum eine Einheit der Christen überhaupt nötig ist. Die Antwort findet sich in Johannes 17,20-23 „...damit die Welt glaubt.“ Zerstrittenheit, Uneinigkeit und Spaltung schrecken viele Menschen vom Glauben ab. Es ist wichtig, dass wir die Einheit in Gott, die nur durch Jesus Christus möglich ist, leben damit wir ein glaubwürdiges Zeugnis für die Menschen sein können.
Es hat gut getan, sich mit Geschwistern anderer Gemeinden zu treffen, gemeinsam zu beten, sich auszutauschen, aneinander Teil haben zu lassen. Die Einheit im Herrn war trotz mancher theologischer Unterschiede zu spüren und hat uns neu bewusst gemacht, dass wir einer weltweiten Familie angehören.
Astrid Harbeck