Rückblick Japan-Einsatz
Hallo Freunde,
ich freue mich, euch von meinem sechswöchigen Einsatz in Japan berichten zu dürfen. Es war wirklich eine starke Zeit und wir durften oft erleben, wie Gott mit seiner Liebe die Herzen der Menschen berührte. Zu erst waren wir für eine Woche in Tokio, um verschiedene Leute zu treffen, an mehreren Orten zu beten und Gemeinden zu besuchen. Dort durften wir Zeugnis geben, wie Jesus unser Leben verändert hat. Viele Gemeindeglieder waren sehr ermutigt, denn aus kulturellen Gründen ist es in Japan nicht üblich, so offen aus seinem Leben zu erzählen. Dabei ist unser Zeugnis, wie wir Jesus kennengelernt haben und wie er in unserem Leben wirkt, einzigartig und kraftvoll für die Menschen, die Gott suchen! Paulus fordert uns alle heraus in Römer 1,16a: „Denn ich schäme mich nicht für die gute Botschaft von Christus. Diese Botschaft ist die Kraft Gottes, die jeden rettet, der glaubt!“
Anschließend sind wir dann in das Tsunamigebiet gefahren. Dort haben wir zwei Wochen den Opfern der Katastrophe helfen können. Gemeinsam mit einigen Japanern haben wir 4 Häuser, die von der Flutwelle bis zu 2 Meter überschwemmt waren, komplett ausgeräumt und den Müll auf einen der zahlreichen riesigen Müllhalden gefahren. In einem „Keller“ haben wir die Schlammschicht abgetragen, d.h. wir sind in den 50cm hohen Unterbau gekrochen und haben auf dem Bauch liegend Schlamm entfernt. Der Hausbesitzer war sehr bewegt über unseren Einsatz und fragte, was es denn mit dem Christentum auf sich hat. Auf diese Art und Weise war es sehr einfach mit den Japanern über das Evangelium zu sprechen. Wir lesen in Jakobus 2,14-18: „Liebe Brüder, was nützt es, wenn jemand von seinem Glauben spricht, aber nicht dementsprechend handelt … doch ich kann euch durch mein Handeln meinen Glauben zeigen!“
Leider wurde durch die Medien viel Panik über die Ausbreitung der Strahlung verbreitet. Der Ort (Iwaki) an dem wir Menschen helfen konnten, war nur 40km vom Kernkraftwerk Fukushima entfernt. Mit dem Geigerzähler (siehe Bild) konnten wir feststellen, dass die Strahlung hier einen normalen Wert hatte. Die Strahlung verhält sich punktuell und ist mehr im Norden Japans feststellbar. Doch wegen der falschen und einseitigen Informationen traut sich kaum jemand in dieses Gebiet, um den Anwohnern zu helfen. Viele Hilfswerke bleiben deswegen auf ihren Sachgütern sitzen. Daher ist es unsere Aufgabe weiterhin Teams nach Japan zu senden. Aktuell laufen Gespräche wie wir als FCJG, das praktisch umsetzen können.
Nach unserem Hilfseinsatz fuhren wir die Küste nördlich von Tokio ab, um uns ein größeres Bild von der Zerstörung durch den Tsunami zu machen. Was wir sahen, überstieg weit unsere Vorstellungskraft. Die Medien richteten ihren Blick sehr auf das Atomunglück, doch ist der Tsunami die eigentliche Katastrophe, eine Katastrophe wie es sie noch nie in diesem Ausmaß in Japan gab. Auf einer Länge von 500km entlang der Küste ist alles zerstört. Hausruine an Hausruine, unzählige Berge an kaputten Autos, viele an Land gespülte Schiffe. Auf dem Bild sieht man ein riesiges Schiff, dass zu groß ist, um es wieder ins Meer zu transportieren. Teilweise wurden sogar ganze Städte weggeschwemmt. Außer den Grundmauern der Häuser ist dort nichts mehr zu finden. Die höchste Welle des Tsunamis betrug 39 Meter. Zurück bleiben nicht nur verwüstete Gebiete, sondern vor allem die verwüsteten und verletzten Herzen der Opfer. Es herrscht eine Not, die Japan niemals ohne Hilfe von außerhalb bewältigen kann. Viele Menschen wurden in containerartigen Unterkünften untergebracht. Man schätzt, dass man mindestens 2 Jahre benötigt um alles aufzuräumen. Erst dann kann man an einen Wiederaufbau denken. Zwar konnten wir mit einigen Opfern reden und sie ermutigen, doch bräuchte es viel mehr Menschen, die sich in diese Leute investieren. Nur Jesus kann ihnen wieder Hoffnung geben, ihre zerbrochenen Herzen heilen und sie mit seiner Liebe füllen.
Psalm 93,3-4: „Herr, die mächtigen Meere toben. Die mächtigen Ozeane donnern und brausen, die mächtigen Wogen schlagen ans Ufer. Doch mächtiger als die Wellen am Ufer ist der Herr in der Höhe!“ Ja über all dem Unglück triumphiert die Liebe Gottes zu den Menschen. Egal in welchen Umständen, in Zeiten des Gerichts oder des Segens, sehnt sich Gott immer danach, dass die Menschen umkehren zu Ihm. Doch liegt es nicht in meinem Ermessen diese Katastrophe zu bewerten. Ich darf lediglich meinen Platz darin finden, den betroffenen Menschen von Gott erzählen und ihnen seine Liebe weitergeben.
Eine Woche sind wir auch mit dem Shinkansen, ein japanischer Schnellzug bis zu 300km/h, quer durch Japan gefahren, um für das Land zu beten. Wir besuchten verschiedene Städte wie Osaka, Hiroshima, Nagano und Nagasaki. Japan braucht wirklich unser Gebet, damit die Menschen Gott erkennen und unter seinen Schutz kommen.
Psalm 91,9-10: „Wenn der Herr deine Zuflucht ist, wenn du beim Höchsten Schutz suchst, dann wird das Böse dir nichts anhaben können, und kein Unglück wird dein Haus erreichen!“
Ich möchte mich auch bei euch für eure Gebete bedanken. Wir als Team haben trotz mehrerer Erdbeben immer wieder Gottes Schutz erfahren.
Ich wünsche euch Gottes Segen. Euer Markus :-)







